Wednesday, 13. January 2010 08:00 Uhr Alter: 8 yrs
Kategorie: Aktuelle Meldungen ZTI, Aktuelle Meldungen, Aktuelle Meldungen Arnsberg
Von: Kuratorium perfekter Zahnersatz

Kleider machen Leute, Zähne machen Menschen

Das Zusammenspiel von Zähnen und Psyche als Thema der Pressekonferenz des KpZ


„Sie lernten Organe und es kamen Menschen“: Mit dem Zitat des Schweizer Gesundheitsökonomen Gerhard Kocher wies Privatdozentin Dr. med. dent. Anne Wolowski bei der Pressekonferenz des Kuratoriums perfekter Zahnersatz (KpZ) darauf hin, dass Studenten in der zahnmedizinischen Ausbildung noch intensiver über das Wechselspiel von Körper und Psyche informiert werden müssten.  

Zudem verdeutlichte Wolowski eindrucksvoll, welche Rolle die Psyche beim Thema Zähne und Zahnersatz spielt. So sei für viele Patienten die Restauration ihrer Zähne oft der Anfang für einen selbstbewussteren Umgang mit sich und der eigenen Gesundheit. Schöne Zähne würden dabei Erfolg symbolisieren. Häufig kämen im Anschluss an die Zahnbehandlung der Friseurbesuch oder der Eintritt ins Fitnessstudio als Zeichen eines neuen Körperbewusstseins, „ganz nach dem Motto: Kleider machen Leute, Zähne machen Menschen“, so die Zahnmedizinerin aus Münster. Diese Emotionalität könne allerdings auch in die andere Richtung umschlagen.

Wer sich im Behandlungszeitraum in einer schwierigen Lebenssituation befände oder sich nicht ausreichend informiert oder beraten fühle, könne eine Zahnersatz-Versorgung mit diesem „unguten Gefühl“ in Verbindung bringen. Mögliche Folgen seien Beschwerden und mangelnde Akzeptanz des Zahnersatzes, auch wenn dieser nach „objektiven Kriterien“ und nach eingehender organischer Prüfung keine Probleme machen dürfe. „Dann gilt es, den tatsächlichen Ursachen auf den Grund zu gehen und deutlich zwischen Befund und Befindlichkeit zu unterscheiden“, riet die Expertin. Hat der Schmerz messbare organische oder psychosomatische Ursachen? Der therapeutische Ansatz hänge stark von dieser Frage ab.  

Patienten, die einen gewissen Vorteil aus der Zuwendung und dem Mitleid von Freunden und Familie zögen und keine eigene Verantwortung für die eigene Gesundheit empfänden, könnten unterbewusst an dem Schmerzreiz festhalten, auch ohne objektiven Anlass: „Die wiederholte Überarbeitung einer prothetischen Versorgung ist in diesem Fall keine Lösung!“ Erst wenn organische Befunde ausgeschlossen seien, die zahnmedizinische Geschichte des Patienten rekonstruiert werde und bei der Suche nach Lösungen auch psychische und psycho-somatische Aspekte berücksichtigt würden, steige die Chance auf Behandlungserfolge. Dabei spiele auch die Aufklärung und die Zusammenarbeit der Patienten eine entscheidende Rolle, so das Fazit von Dr. Wolowski.


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