Monday, 04. October 2010 08:30 Uhr Alter: 8 yrs
Kategorie: Aktuelle Meldungen
Von: Initiative proDente e.V.

Zahnersatz steigert die Lebensqualität

Fest macht sicher


Eine Zahnlücke ist kein schöner Anblick. Die meisten Menschen legen daher Wert darauf, Lücken möglichst zu schließen. Viele wissen nicht, dass eine dauerhafte Lücke außerdem gravierende Folgeschäden hervorrufen kann: benachbarte Zähne kippen in die Lücke, es entstehen Fehlbelastungen der Zähne mit Folgen für den Halt, aber auch Fehlfunktionen der Kiefergelenkbewegungen und damit möglicherweise Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen. Moderner Zahnersatz verhindert körperliche Folgebeschwerden und garantiert dem Träger zugleich ein strahlendes Lachen. Diesem steht eine breite Palette an Möglichkeiten zur Verfügung, seine Zahnlücken zu schließen.

Entscheidend bei der Auswahl des passenden Zahnersatzes ist die Ausgangsituation im Mund. Fehlt nur ein Zahn, gilt das Implantat als die optimale Lösung in der modernen Zahnmedizin. „Besonders empfiehlt sich diese künstliche Zahnwurzel, wenn die Nachbarzähne noch völlig gesund sind und man so deren Abschleifen für eine Brücke vermeiden kann“, erklärt Joachim Hoffmann, Zahnarzt und Experte der Initiative proDente e.V. Die künstliche Zahnwurzel aus Titan wird in den Kieferknochen einge­setzt, mit dem sie fest verwächst. Auf dem Implantat wird nach dem Einbringen einer Suprakonstruktion die Krone befestigt.

Implantate sind auch sehr hilfreich bei großen Lücken, die nur schwer mit einer Brücke geschlossen werden können. „Und wer gar keine Zähne hat, dem können Implantate als eine feste Verankerung der Prothese oder einer umfangreichen Brücke dienen“, so Hoffmann.  Für die implan­tatgestützte Teil-, oder Vollprothese können zwei bis sechs künstliche Zahnwurzeln benötigt werden. Zur Befestigung der Prothese an den Implantaten gibt es unter­schied­liche Systeme, die der Zahntechniker anwendet:  z.B. Stegkonstruktionen, Druckknopf-, und  Magnetsysteme. Eine besonders elegante und aufwändige Form ist die Teleskop­prothese: Dabei werden zunächst Innen­kronen auf der künstlichen Wurzel fest verankert. Darüber wird mit Hilfe von äußeren Kronen, die mit dem übrigen Zahnersatz fest verbunden sind, die herausnehmbare Prothese aufgesteckt. Implantatgestützte Prothesen erfüllen somit den Wunsch nach absolut festem Halt der ‚Dritten‘. „Je fester der Zahnersatz desto sicherer fühlt sich der Träger“, weiß Hoffmann aus seinem Praxisalltag. Bei guter Pflege halten Implantate sehr lang. Als Faustregel sagt man, dass nach zehn bis 15 Jahren noch bis zu 90 Prozent der Implantate fest im Kiefer sitzen.

Vorerkrankungen beachten

„Bei bestimmten Vorerkrankungen raten wir von Implantaten ab“, so Hoffmann. Dazu gehören Krankheiten wie  Blutgerinnungs-, Stoff­wechsel- und Knochenerkrankungen. Auch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, welche die Immunabwehr unterdrücken, sprechen gegen Implantate. Raucher gehören ebenso zur Risikogruppe, da Rauchen die Gefahr des frühzeitigen Implantatverlustes erhöht. Die betroffenen Patienten können sich alternativ für festsitzende Brücken oder bei Fehlen mehrerer Zähne für teil-, oder vollprothetische Lösungen entscheiden.

Haftmittel geben zusätzliche Sicherheit

Vollprothesen liegen auf der Schleimhaut auf. Der Halt einer Prothese hängt von dem Zustand des Kieferknochens, der Menge und Konsistenz des Speichels sowie den speziell vom Zahnarzt ausgeformten Prothesenrändern ab. Im Oberkiefer gelingt es in aller Regel leicht, den für den Halt notwendigen Saugeffekt zu erzielen. „Im Unterkiefer ist dies auch mal etwas schwieriger, da hier keine breitflächige Auflagerung möglich ist“, erklärt  Hoffmann. Im Normalfall sollte eine Prothese ohne Hilfsmittel gut halten, bei der Herstellung im Dentallabor wird hierauf Wert gelegt. Entscheidend ist aber auch, dass sich der Patient unter Nutzung der Hinweise durch den Zahnarzt gut an seinen Zahnersatz gewöhnt. Eine abwehrende Haltung gegenüber dem eigenen Zahnersatz kann dies  erschweren.

Wenn nötig, können Haftmittel den Halt einer Prothese unterstützen. Es gibt sie in jeder gut sortierten Drogerie bzw. im Supermarkt zu kaufen. Am wenigsten auftragend ist Haftpulver, welches dünn auf die Prothese aufgestreut wird. Außerdem können gelartige Substanzen, die in der Regel aus Zink, Calcium, flüssigem Paraffinen, Kunst-, und Aromastoffen bestehen, verwendet werden. Da man während des Tragens einen Teil der Haftmittel aufnimmt, sind die Stoffe in der Regel gut verträglich. Wenn es zu Reaktionen kommt, sollte der Zahnarzt aufgesucht werden und die Ursache abgeklärt werden. 

Für Träger aller Arten von Zahnersatz – egal ob festsitzend oder herausnehmbar – gilt: ein regelmäßige und gründliche Pflege ist ein Muss! Sie sichert die Haltbarkeit des Zahnersatzes und verleiht dem Träger ein gutes Gefühl.

Quelle: Initiative proDente e.V.


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